Freunde und Wegbegleiter

Unser Dienst grĂĽndet sich auf kostbaren Beziehungen und der thematischen Auseinandersetzung mit dem Anliegen unserer Arbeit

Die Freunde von Dienste in Israel

Seit der Gründung von Dienste in Israel sind es die menschlichen Beziehungen, die diesen Dienst mit Leben füllen. Wir dürfen außergewöhnliche und beeindruckende Menschen in Israel unsere Freunde nennen. Sie unterstützen unsere Arbeit und bereichern unsere Volontäre, indem sie Begegnung zulassen und ihre Geschichte erzählen.

Für all diese Menschen in Israel sind wir dankbar. Ihre schmerzvolle Vergangenheit können wir nicht wieder gut machen. Und dennoch nehmen sie unsere ausgestreckte Hand an und sind bereit, gemeinsam mit uns eine Brücke in die Zukunft zu bauen. Einige davon möchten wir hier vorstellen.

Jehuda Bacon

Als Freund unserer Volontärsarbeit in Israel ist Jehuda Bacon mit seiner Lebensgeschichte und der Art und Weise, wie er darüber spricht, für viele unserer Volontäre ein Vorbild geworden. Die Begegnung mit ihm macht betroffen und nachdenklich, sie wird von vielen als prägend und wegweisend erlebt. In seinem Buch „Solange wir leben, müssen wir uns entscheiden“ erzählt Jehuda von dem göttlichen Funken, den er in jedem Menschen sieht – und den er selbst in seinen entsetzlichen Zeiten in Auschwitz gesehen hat. Er wurde 1929 geboren, kam 1942 mit seiner Familie in das Ghetto Theresienstadt und 1943 nach Auschwitz. Er überlebte als einziger seiner Familie. 1946 wanderte er nach Palästina aus, begegnete dort u.a. Martin Buber und Max Brod und studierte an der Bezalel-Kunstakademie in Jerusalem. Er arbeitete als Professor, seine Werke sind weltweit ausgestellt. Er lebt mit seiner Frau in Jerusalem.

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Ester Golan (1924 – 2013)

Am 25. März 1939 wurde Ester Golan, geborene Ursula Dobkowsky, mit damals 15 Jahren in Berlin zum Bahnhof Zoo gebracht und mit einem der letzten Kindertransporte auf sich allein gestellt nach England gebracht. Ester wird ihre Eltern nicht wiedersehen. Ihr Vater wird 1942 in Theresienstadt ermordet, ihre Mutter 1944 in Auschwitz. Bevor die Verbindung zu ihren Eltern abriss, hatten sie sich Briefe geschrieben, dreieinhalb Jahre lang. Bis keine Post mehr kam. Ester blieb mit hundert Briefen und einem Trauma zurück. Für unsere Volontäre in Israel war Ester bis zu ihrem Tod 2013 langjährige Wegbegleiterin. Wir haben sie immer wieder gerne zu Seminaren oder Hauskreisabenden eingeladen. Interessiert an ihrem Gegenüber hat sie den Dialog gefördert und uns beschenkt.

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Avital Ben-Chorin (1923 – 2017)

Avital Ben-Chorin führte ein Leben für den Dialog zwischen Juden und Christen, Israel und Deutschland. Geboren als Erika Fackenheim am 25. Februar 1923 in Eisenach, ging sie unter dem Leid des Antisemitismus der Nazis 1933 mit der Jugend-Aliya nach Palästina. Ihre Eltern, Großeltern und nahezu die gesamte Verwandtschaft wurden in Deutschland ermordet. Avital studierte in Jerusalem, unter anderem bei Martin Buber. Dort lernte sie den bedeutenden Religions-Philosophen, Schriftsteller und Poeten Shalom Ben-Chorin kennen. In ihrem gemeinsamen Lebenswerk förderten sie vor allem den jüdisch-christlichen Dialog. Avital begleitete unter anderem Jugendgruppen, die von Israel nach Deutschland reisten und umgekehrt. Diese gab es bereits, bevor Deutschland und Israel diplomatische Beziehungen zueinander aufnahmen. Wir halten das Andenken an diese außergewöhnliche Frau in Ehren. Unsere Bibliothek in Jerusalem hält einige Schätze aus ihrem Nachlass bereit.

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Interview Avital Ben-Chronin

Shalom Ben-Chorin (1913-1999)

Der bedeutende Religionsphilosoph und Schriftsteller Shalom Ben-Chorin wurde am 20. Juli 1913 in München als Fritz Rosenthal geboren. Er studierte Germanistik und Religionswissenschaft in München und verließ 1935 das Deutsche Reich, nachdem er wiederholt durch Nazis verhaftet und misshandelt wurde. Er übersiedelte nach Jerusalem, wo er als Schriftsteller und Journalist tätig war und mit der Gründung der ersten reformierten jüdischen Gemeinde 1958 die israelische Reformbewegung anstieß. Er lehrte später als Professor in Deutschland und Israel. Er suchte Weges des Dialogs zwischen Judentum und Christentum und trug das Anliegen der Versöhnung im Herzen. In Freundschaft zu Egon Maschke, dem Gründer von Dienste in Israel, und in zahlreichen Begegnungen mit Volontären, bereicherte er unseren Dienst gemeinsam mit seiner Frau Avital als bedeutende Stütze. Viele Schätze seines umfassenden literarischen Werkes finden sich in unserer Bibliothek.

Ariela Kimchi

Ariela Kimchi (2 v. R.) ist die gemeinsame Tochter von Shalom und Avital Ben-Chorin. Nach dem Tod ihrer Eltern führt sie die Begegnungen mit unseren Volontären fort und bereichert die Jugendlichen in persönlichen Erzählungen. Dabei liegt ihr das würdevolle Andenken und die Erinnerungen an ihre bedeutenden Eltern am Herzen. Diese gilt es, weiter zu geben – und sich gleichzeitig der zweiten Generation der Holocaust-Opfer zu widmen, die durch ihre Familiengeschichte stark geprägt wurden und in Israel aufgewachsen sind. Ariela Kimchi ist studierte Tänzerin, Mutter von zwei Kinder und lebt in Tivon im Norden Israels.

Israel Yaoz (1928 – 2018)

Wir haben als Ăśberlebende ein Vermächtnis, eine Aufgabe …” – das sagte Israel Yaoz, der 1928 geboren wurde. Nach der Reichskristallnacht haben ihn seine Eltern nach Holland geschickt, wo er kurz Zuflucht fand. Kurz darauf kam er ins Lager Bergen-Belsen. Seine Familie wurde in Konzentrationslagern ausgelöscht. Israel Yaoz ĂĽberlebte und wurde ein bewegendes Beispiel dafĂĽr, wie Vergebung aussehen kann. Als Leiter zahlloser Reisegruppen in Israel stand er mit Deutschen in Kontakt und hatte zu vielen eine innige Herzensbeziehung. FĂĽr unsere Volontäre nahm er sich stunden- und tagelang Zeit. Er kam in die Hauskreise und zu Seminaren, lud zu sich ein, erzählte, gab sein biblisches Wissen weiter und zeigte den Volontären Israel bis zu seinem Tod 2018. 

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Prof. Gideon Shimoni und seine Ehefrau Toni

Im gleichen Haus, in dem sich das Büro von Dienste in Israel in Jerusalem befindet, wohnt das Ehepaar Shimoni und begleitet in unterstützender Nachbarschaft unsere Arbeit. Sie haben seit der Gründung von Dienste in Israel die Arbeit mitverfolgt und sahen Generationen von Volontären ein- und ausgehen. Gideon Shimoni ist Professor für jüdische Geschichte und heutiges Judentum an der Hebrew University in Jerusalem. Er ist gern als Referent für unsere Volontäre zu Gast, besonders zu den Themen jüdische Kultur sowie gesellschaftliche und politische Entwicklungen des Landes.

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Clara & Avraham (t) Popovici

“So etwas, wie die Verbindung zu Hagoshrim, das wächst sich nicht ĂĽber Nacht!” – mit diesem Zitat haben Clara und Avraham Popvici unsere jahrelange Beziehung gewĂĽrdigt.

Avraham und Clara lernten sich schon in ihrer Kindheit in Argentinien kennen und heirateten mit Anfang 20. Sie wanderten 1957 nach Israel ein, da der Antisemitismus in Argentinien immer größer wurde. Die beiden haben vier Kinder und wurden ein wichtiger Teil des Kibbuz Mefalsim im Negev. Dort trafen sie das Ehepaar Maschke, die ersten Volontäre und die Mitarbeiter von Dienste in Israel. Sie förderten die Beziehungen zu den Volontären und waren wichtige Bezugsmenschen vor Ort. Ihr Sohn David wurde erster Volontärsbetreuer im Kibbuz.

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Ezra Fein

Auch jetzt kommen noch regelmäßig Hagoshrim-Volontäre zu Besuch zu mir. Ich fahre sie in den Golan oder um den See Genezareth und erkläre ihnen die Gegend. Ich bin so eine Art ‘Anker’ fĂĽr die Volontäre, da ich ihre Sprache spreche und sie verstehe.”

Ezra Fein wurde als Ernst Fein in Wien geboren und litt unter dem Hass der Nazis. Seine Familie konnte in die Schweiz flüchten. Im Jahr der Staatsgründung, als er 17 Jahre alt war, wanderte er nach Israel aus. Er lebte im Kibbuz En Harod und reichte unseren Volontären mit bewegenden Gesten die Hand. Als Reiseführer führte er sie an bedeutende Orte in Israel, erzählte seine Geschichte und war ein wichtiger Ansprechpartner.

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Lilli Noviek

Am 18. April 1917 wurde Lilli Noviek als Lieselotte Proskauer in Küstrin geboren. Gemeinsam mit ihren Eltern gelang ihr die Flucht nach Italien und von da aus nach Palästina. Sie lebten in Tel Aviv und Haifa, Lilli wurde Sekretärin. Nach verschiedenen Tätigkeiten im Ausland kehrte sie zur Staatsgründung nach Israel zurück und setzte sich gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann für den Zionismus ein. Als Adolf Eichmann in Haifa im Gefängnis saß, wurde Lilli mit der Übersetzung seiner Tagebücher vom Deutschen ins Hebräische beauftragt. Eichmann war während der Wannseekonferenz (1942) mit der „Lösung der Judenfrage“ beauftragt worden. Für die Lilli waren die Einblicke in die Tagebücher die schwerste Zeit ihres Lebens.

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